Lohnt sich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik? Eine Beispielrechnung
Eigenverbrauch versus Einspeisung: Der Unterschied in Zahlen
Der folgende Vergleich basiert auf einer 10-kWp-PV-Anlage mit 10.000 kWh Jahresproduktion und einem Haushaltsstrompreis von 37,2 ct/kWh (Quelle: BDEW-Strompreisanalyse, Januar 2026):
| Nutzungsstrategie |
Ertrag pro Jahr (ca.) |
| 100 % Einspeisung (ca. 8 ct/kWh) |
ca. 800 € |
| 30 % Eigenverbrauch / 70 % Einspeisung |
ca. 1.680 € |
| 70 % Eigenverbrauch / 30 % Einspeisung |
ca. 2.610 € |
Wärmepumpe als Rendite-Multiplikator
Eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus benötigt je nach Gebäudegröße und Dämmstandard ca. 3.000 bis 5.000 kWh Strom pro Jahr. Wird dieser Strom vollständig oder überwiegend aus der eigenen PV-Anlage gedeckt, ergibt sich bei einem Netzstrompreis von 37,2 ct/kWh eine jährliche Einsparung von ca. 1.100 bis 1.860 Euro – allein durch den selbst erzeugten Heizstrom.
Beispielhafte Amortisationsszenarien (10 kWp PV-Anlage, Einfamilienhaus):
| Szenario |
Eigenverbrauchsquote |
Amortisationszeitraum (ca.) |
| PV ohne Speicher |
30 % |
10–13 Jahre |
| PV mit 10 kWh Speicher |
70 % |
8–11 Jahre |
| PV + Speicher + WP + E-Auto |
bis zu 90 % |
ca. 7–9 Jahre |
Die tatsächliche Amortisationsdauer hängt von Investitionssumme, Eigenverbrauchsquote, Standort und individuellen Verbrauchswerten ab. Lassen Sie sich auf Basis Ihrer konkreten Situation beraten.
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Warum die Rechnung für Gasheizungs-Haushalte noch deutlicher ausfällt
Für Haushalte mit Gasheizung kommen zusätzliche Kostentreiber hinzu: Die CO₂-Bepreisung steigt weiter, und Netzentgelte könnten regional anziehen. Prognosen wie die der Deutschen Sanierungsberatung (DSB) rechnen mit Preisanstiegen durch zukünftige Regulierungen (z. B. CO₂-Preis und die ab 2029 geltende Grüngas-Beimischpflicht im Gasnetz). Aktuelle Gaspreise liegen bei ca. 9–11 ct/kWh (Stand 2026), doch die DSB rechnet mit folgenden Preisentwicklungen:
| Zeitraum |
Gaspreis (ct/kWh) |
Haupttreiber |
| 2026–2028 |
ca. 9,0 |
Aktuelles Niveau |
| 2029–2034 |
ca. 15,5 |
CO₂-Preis + Grüngas-Pflicht (Stufe 1) |
| ab 2035 |
ca. 19,5 |
Weitere Regulierungsstufe |
Hinweis: Prognose der Deutschen Sanierungsberatung (nicht amtlich) auf Grundlage aktueller politischer Planungen.
Das bedeutet: Wer heute auf eine Wärmepumpe umsteigt, entkommt potenziellen fossilen Kostensteigerungen und profitiert von der vollen BEG-Förderung. Kombiniert mit Photovoltaik, die Teile des Wärmepumpenstroms deckt, verbessert sich die Wirtschaftlichkeit deutlich.
Konkret: Ein Musterhaushalt mit 150 m² und 20.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr spart mit einer Wärmepumpe bereits heute rund 1.000 € jährlich an Heizkosten – und über 20 Jahre mehr als 15.000 € im Vergleich zur Gasheizung (Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, „Gasheizung oder Wärmepumpe – Ein Vergleich", Stand 02.06.2025: vz-rlp.de).